Am Anfang war...... 

 

...ein sonniger Sonntagnachmittag auf unserem Balkon. Wir faulenzten, lasen oder unterhielten uns, als von unserem Sohn Joe die Frage kam, ob wir uns nicht einen Hund kaufen könnten. Eigentlich schon aber wenn ja, was für einen? Ich wollte gern einen Collie, Joe einen Schäferhund und mein Mann war für Wolfsspitz oder Eurasier. Aber ein großer Hund im 6. Stock eines Hochhauses? Was ist, wenn der Fahrstuhl ausfällt? So waren unsere Überlegungen bis mir einfiel, dass ich in den Comic-Heften "Bessy", - Geschichten über einen amerikanischen Collie- einen kleinen Hund gesehen hatte, der wie ein Collie aussah, eben nur in klein. Dann erinnerte ich mich, dass dieser kleine Hund in dem Heft Sheltie genannt wurde. Also schauten wir in die Gelben Seiten unter Hundezucht und fanden tatsächlich einen Sheltiezüchter.

Als wir mit den Züchtern einige Zeit später Kontakt aufnahmen, erfuhren wir, dass eine tricolour Sheltiehündin Welpen erwartete und wir gern vorher kommen könnten, um sie uns anzusehen. Ja, beim Ansehen ist es dann nicht geblieben. Wir fanden "Jupi-Black vom Zitadellengraben" ganz toll und bestellten fest einen kleinen Rüden. In dem Wurf war ein tricolour Pärchen und so zog im Februar 1983 "Walk about vom Zitadellengraben", genannt Gipsy, bei uns ein.

                                                                                                                               

Gipsy liebte nur seine Familie. Alle anderen Zweibeiner lehnte er konsequent ab. Seine Zuneigung mußten sich unsere Freunde schwer erarbeiten und so mancher wurde heftig gezwickt. Auch auf den Ausstellungen mußte ich stets aufpassen, damit er den Richtern nicht in die Finger schnappte. Das war sehr anstrengend, deshalb haben wir Gipsy nur wenig ausgestellt. Wir haben ihn sehr geliebt (trotz seiner kleinen Macken) und werden unseren ersten Sheltie nie vergessen

Wir hielten weiterhin Kontakt zu den Züchtern und so zog nach einiger Zeit auch der bluemerle Rüde "April Night vom Zitadellengraben" zu uns. "Sputnik" war sehr souverän und ausgeglichen und wurde der Vater unserer ersten beiden Würfe.

Sputnik mochte nur eines nicht - nämlich Regen-! Dann weigerte er sich nach draußen zu gehen und seine Geschäfte zu erledigen. Wenn ich nicht nachgab und ihn immer mal wieder nach draußen lockte, konnte man ihm ansehen, wie genervt er war. Einmal flitzte er die Treppe vor unserem Haus hinunter, stellte sich an die Hecke und hob ca. eine Minute sein Bein. Es kam kein einziger Tropfen -ehrlich-! Dann drehte er sich um und rannte die Treppe schnell wieder hoch in den Flur, sah mich an unter dem Motto - nah, hast Du es gesehen? Ich habe alles erledigt! Diese Marotte hat er sein Leben lang beibehalten und wir wußten, in dieser Angelegenheit hat Sputnik den längeren Atem! 

Mittlerweile hatte sich mit den Züchtern unserer beiden Rüden eine Freundschaft entwickelt und ich konnte eine Menge über Zucht und Aufzucht lernen. So entstand bei mir der Wunsch, eine eigene Zucht aufzubauen.

Als unsere Züchter sich trennten kamen 1985 die tricolour Hündin "Suzi Wong vom Zitadellengraben" und die zobelweiße Hündin "Burlesque vom Zitadellengraben" zu uns.

Suzi war eine liebenswerte Hündin mit eingebauter Suchautomatik, wenn es um Futter ging. Sie wurde die Mutter der ersten beiden Avalonwürfe. Mit ihren Welpen war Suzi eine strenge Mutter. Unartigkeiten wurden sofort geahndet. Warum die Kinder extra Futter bekamen, fand Suzi überflüssig, denn alles fressbare war nach ihrer Meinung nur für sie! Suzi schlief im Bett, egal wie warm es war. Sie lag meistens im Arm und schnarchte ordentlich. Suzi bekam mit ca. 11 Jahren Krebs und so mußten wir uns von unserer kleinen Wärmflasche trennen, als sie gerade ihr 13. Lebensjahr vollendet hatte.

"Burlesque" genannt Uschi-Bärchen hatte einen einfach liebenswerten Charakter. Sie hielt sich immer in der Nähe von Detlev auf und half mit beim Bau unserer Sauna im Keller. Der Lärm hat sie überhaupt nicht gestört. Trotzdem mochte Bärchen keine Gewitter. Uschi-Bärchen blieb leider nicht lange bei uns. Wir mußten uns wegen schwerer Epilepsie schon früh von ihr verabschieden und haben lange gebraucht, dies gefühlsmäßig zu verarbeiten!

Nach der Trennung unserer Züchter hat Heike Dette ihre Zucht unter dem Namen "Comedy" weitergeführt. Wir blieben weiterhin gute Freundinnen und unternehmen bis heute viele Aktivitäten rund um unsere Shelties gemeinsam. So kam nach einiger Zeit "Comedy´s Evita" zu unserem kleinen Rudel und als Heike selber ein Baby erwartete, durfte ich mit Evitas Mutter "Augenweide vom Zitadellengraben" einen Wurf ziehen.

 Für die Leihgabe von Daggi, Heikes Freundschaft und ihre stete Hilfsbereitschaft bin ich sehr dankbar!             

"Augenweide vom Zitadellengraben" genannt Daggi ist daher bei Heike Dettes "Comedy´s" und bei den  "Avalons"  die Stammutter unserer Shelties. Sie war eine Vollschwester von Sputnik und um einiges lebhafter als ihr Bruder. Diese Lebhaftigkeit gab sie weiter an ihre Kinder und ihren ganz eigenen Kopf finden wir immer wieder in unserer Nachzucht.

Im September 1990 zog eine kleine tricolour Hündin names "Black Yoshida of Silver Shadow" bei uns ein. Meine Mutschka war total begeistert und war der Meinung, die Kleine sieht ja aus wie ein Monchichi. Also wurde sie fortan Monchi oder YO-YO gerufen.

Monchi war zu dem Zeitpunkt mein Traumsheltie. Ihr liebenswertes Wesen und ihre spitzbübische Art ließen uns über einiges hinwegsehen, was die Kleine so anstellte. Mein Zuchttraum mit Monchi nahm ein jähes Ende nachdem sie durchgezahnt hatte.

Da diese kleine Maus es einem befreundeten Ehepaar von Anfang an angetan hatte, wollten sie nun Monchi zu sich nehmen. Nach einiger Überlegung und als wir uns seelisch darauf eingestellt hatten, zog Monchi zu Percy. Percy war ein von uns gezogener bluemerle Rüde und ein wahrer Gentleman. Die beiden waren eine eingeschworene Gemeinschaft und Monchi hat sich in ihrer neuen Familie sehr wohl gefühlt.

Das war der ANFANG unserer kleinen Sheltiezucht!

 Das Auf und Ab, Freud und Leid viele Erlebnisse mit unseren Shelties und jenen, die als Welpen oder erwachsene Hunde in ihre neue Familie zogen,  begleitet uns seit nunmehr über 20 Jahren und ist ein fester Bestandteil unseres Lebens!     

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